Nachtuman Hami engagiert sich in der Jugendarbeit in Dorsten-Hervest

Die pastorale Mitarbeiterin Lea Kemper (links) stellt gemeinsam mit Betreuerin Nachtuman Hami die Materialkisten für kreative Angebote im Herbstlager zusammen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

„Wir glauben alle an Gott“

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn am 21. Oktober startet das viertägige Herbstlager der Pfarrei St. Paulus Dorsten-Hervest. Es geht ins Jugendkloster nach Kirchhellen. Die acht Betreuerinnen und Betreuer haben sich ein unterhaltsames Programm für die Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren ausgedacht. Eine von ihnen ist Nachtuman Hami, die von allen nur Nishti gerufen wird. Die 21-Jährige, die vor fünfeinhalb Jahren mit ihrer Familie aus Syrien geflohen ist und seit drei Jahren in Dorsten lebt, ist in der Ferienbetreuung der Pfarrei aktiv. „Ich habe selbst an einem Ferienlager im Sauerland teilgenommen und dort so gute Erfahrungen gemacht, dass ich mich auch engagieren möchte“, berichtet die junge Frau, die zurzeit in Essen zur Schule geht, um ihr Fachabitur zu erlangen.

Vor zwei Jahren lernte die Muslima bei einem internationalen Kinderfest Pastoralreferent Kai Kaczikowski kennen. Die beiden kamen ins Gespräch, Hami hospitierte beim Ferienspaß, nahm an einem Gruppenleitergrundkurs in der Jugendburg Gemen teil und setzte sich mit dem Institutionellen Schutzkonzept der Pfarrei auseinander. „Das sind die Voraussetzungen, um in der Jugendarbeit tätig zu werden“, klärt Kaczikowski auf.

Besonders der Gruppenleiterkurs hat ihr viel Spaß gemacht. „Das war sehr interessant, und wir haben viele Anregungen für die Praxis bekommen“, berichtet Hami. Diese Anregungen konnte sie dann erstmals als Betreuerin im Sommerlager im niederländischen Zeeland umsetzen. Aber Hami übernahm auch andere Aufgaben im Lager. „Ich bin gern in der Küche aktiv, denn ich habe eine Ausbildung zur Servicekraft abgeschlossen“, verrät sie. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen mache ihr große Freude. „Das ist auch ein Grund, warum ich mich engagiere. Außerdem konnte und kann ich dadurch meine Sprache verbessern“, erzählt sie.

Sich als Muslima in einer katholischen Pfarrei einzubringen, stellt für Hami kein Problem dar. „Wir glauben alle an Gott. Hauptsache ist doch, dass wir uns verstehen“, betont sie. Und so ist es für sie selbstverständlich, beispielsweise an den Abendimpulsen während der Freizeit teilzunehmen. „Ich bin in einer offenen Familie aufgewachsen. Darüber freue ich mich sehr“, ist Hami dankbar. Und Kaczikowski fügt hinzu: „Nitshi hat auch im Rahmen der Firmkatechese an einem Abend über ihr Leben in Syrien und über das Land berichtet. Das war sehr eindrucksvoll.“

Gut 30 Jugendliche und junge Erwachsene engagieren sich in der Aktivenrunde der Pfarrei. Sie organisieren Veranstaltungen vom offenen Kinder- und Jugendtreff in St. Josef bis hin zu Ferienlagern. „Es gibt vielfältige Angebote und immer wieder neue Ideen. Wir haben keine Probleme, junge Menschen für die Mitarbeit zu motivieren“, ist Kaczikowski dankbar für das Engagement aller.

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