Unterwegs nach Ostern

Liebe Mitglieder von St. Paulus,

Wir sind als Kirche unterwegs nach Ostern. Auf diesem langen Weg von Aschermittwoch bis zum Ostersonntag zählen die kleinen Schritte. Mit ihrer Hilfe üben wir uns neu ein in das christliche Alltagsleben und gelangen so zum Höhepunkt: zur Heiligen Woche, zur Karwoche. In sie treten wir feierlich ein mit der Palmprozession. Dabei bekennen wir uns zu dem demütigen König Christus, der auf dem Tier der Armen (Esel) in seine Stadt einzieht, wo der Tod auf ihn wartet. Das kann uns „Atem verschlagen“: Dass Menschen so mit ihrem Erlöser umgehen. Karmontag bis -mittwoch regen an, diese verhaltene Spannung auszutragen. Dann kommen die „Drei Österlichen Tage“ von Gründonnerstag – Abend bis einschließlich der Osternacht. Diese heiligen drei Tage sind in Wirklichkeit nur ein einziger Tag. Wir begehen in diesen Tagen das Mysterium der Erhöhung Jesu, sein Hinübergehen aus dieser Welt zum Vater. Das letzte Mahl mit seinen Jüngern, der Tod am Kreuz, die Auferstehung am dritten Tag, darin entfaltet sich die eine unfassbare Wahrheit: Gott hat die Menschen geliebt, und er liebt sie, auch wenn sie es nicht wissen und nicht wollen. Gott rettet die Menschen durch die Hingabe seines menschgewordenen Sohnes.

Gründonnerstag:                                           

Am Abend des Gründonnerstag versammelt sich die Gemeinde und feiert zum Gedächtnis des Letzten Abendmales festlich die Eucharistie. Das Evangelium von der Fußwaschung (Joh. 13,1-5) erinnert uns an den Dienst, den der Herr an uns tut und den auch wir einander leisten sollen. Nach der Messfeier wird der Leib des Herrn in der Gestalt des hl. Brotes in einer schlichten Prozession zum Seitenaltar übertragen, wo er in stiller Anbetung verehrt wird.

Karfreitag:

Am Karfreitag und Karsamstag kennt die Kirche keine Eucharistiefeier. Der Karfreitagsgottesdienst besteht aus zwei Teilen: Wortgottesdienst und der Kreuzverehrung. Die Gläubigen versammeln sich, um dankbar an die Leiden des Herrn zu denken.

Die Osternacht:

In der Osternacht wurden Israels Erstgeborene durch das Blut des Lammes vor dem Würgeengel bewahrt. In der Osternacht zog das Volk Israel auf den Weg ins versprochene Land mitten durch das rote Meer und wurde aus der Macht seiner Feine errettet. In der Osternacht durchschritt Christus das Meer des Leidens und gelangte in der Auferstehung in das Reich des Lebens. Im Wasser der Taufe hat der Christ denselben Weg begonnen. Darum versammelt sich in der Osternacht die Gemeinde, um neue Zuversicht zu gewinnen, damit sie mit Christus an das Ziel der Pilgerschaft gelangen wird.

Osterzeit:

Die österliche Freude dauert nicht nur wenig Tage, sie wird sieben Wochen lang gefeiert und am fünfzigsten Tag (Pfingsten) abgeschlossen. Die Freude äußert sich in dem besonderen Lied dieser Zeit, dem Halleluja (hebräisch: Lobt Gott!). Bei allen Gottesdiensten in der österlichen Festzeit brennt die Osterkerze und macht die Gegenwart des Auferstandenen in seiner Gemeinde bewusst.

Gottes Segen auf diesem Weg  und ein tiefes Erleben der österlichen Festtage

wünscht im Namen des Seelsorgeteams von St. Paulus

Franz-Josef Wiebringhaus, Pfarrer em.

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